Donnerstag, 27. Oktober 2011

26. Oktober - Audienz in Hearst Castle

Hoch über der Küste bei San Simeon steht der monströse zu Stein erstarrte Traum des Zeitungskönigs William Randolph Hearst. Hearst Castle. Das gigantische Gebäude liegt in einer Parkanlage und umfasst alles in allem 165 Räume! Entworfen wurde das Casa Grande, wie Hearst es nannte, von einer Frau. Der damals einzigen Architektin der USA: Julia Morgan. Sie hatte in Paris und Berkeley studiert. Von 1919 - 1947 war sie mit diesem gigantischen Projekt beschäftigt.
William Randolph Hurst herrschte von hier aus über 40000 Angestellte in Zeitungen, Verlagen, Nachrichtenagenturen und Radiostationen. An Bau und Kunststilen ist so ziemlich alles verbaut, was jemals als Architektur oder Dekor bezeichnet wurde. Den Eingang säumt ein spanisches Klosterportal aus dem 15. Jahrhundert. Ein Chorgestühl aus Portugal gleichen Alters umrahmt das Esszimmer und ein Kamin aus Frankreich - nicht wesentlich jünger wärmte die grosse Halle. Hier trafen sich solch illustre Gäste wie Walt Disney, Jack Warner, Charlie Chaplin, F. Scott Fitzgerald, Marlene Dietrich....
Eine Einladung hierher war heiß begehrt. Eine bessere Chance zum Networking gab es in der damaligen Zeit nicht. Den Gästen bot sich der pure Luxus, auch wenn damit so manche Verpflichtung gegenüber dem Hausherren verbunden war: Ein Besuch des Privatzoos, der sich auf dem Anwesen befand, war Pflicht. Aber es gibt schlimmeres als Bären, Löwen, Zebras und Giraffen bestaunen zu müssen. Übrigens, der Film Citizen Kane beschreibt Hearst wohl sehr treffend.
Weiter ging es in das idyllische Kleinstädtchen San Luis Obispo. Weltbekannt für seine Schulpartnerschaft mit dem Stuttgarter Ebelu, Carstens Alma mater. Auch hier gibt es eine spanische Mission zu besichtigen, wie an vielen Orten an der kalifornischen Küste.
Weiter ging es am Pazifik entlang zurück nach Irvine. Nach den ruhigen Tagen in Big Sur traf uns die Rush Hour in Los Angeles mit voller Wucht. Wir werden vieles, sehr vieles in Deutschland vermissen, den Feierabendverkehr in amerikanischen Großstädten gewiss nicht.

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